• nl
  • en
  • de
Weitere Informationen:

(+31) 578 - 691676



Geschichte

Johann Reil, Gründer der Orgelbaufirma Reil, wurde am 6. April 1907 in München geboren.
Zunächst ging er in den Müchener Firmen Moser und Nenninger in die Lehre. 1928 und 1929 arbeitete er in Augsburg (bei Mühlbauer) und 1929 in der Baseler Orgelbaufirma Zimmermann & Schäfer.
Im Jahre 1929 ging er in die Niederlande für die Firma Zimmermann und Schäfer, um in Amster­dam eine Kino-Orgel im Tuschinski Theater aufzubauen.
Da es ihm in Amsterdam gut gefiel, entschied er sich in den Niederlanden zu bleiben. Von 1929 bis 1934 arbeitete er für verschiedene holländische Orgelbaufirmen. Ende 1934 machte er sich selbständig und gründete in Rotterdam eine eigene Firma unter dem Namen ‘Eerste Nederlandsche Orgelonderdeelen Fabriek’ (Erste Niederländische Orgelteile Fabrik). Drei Jahre später zog er mit seiner Firma um nach Heerde. In den ersten Jahren nach der Firmengründung lieferte die Firma Reil Ersatzteile wie z.B. Windladen, Holzpfeifen und Pedalharmonien an andere Orgelbaufirmen. Sein erster großer Auftrag war im Jahre 1936 der Umbau einer Orgel in Lichtenvoorde. Zwei Jahre später folgte der erste Orgelneubau für die Reformierte Kirche in IJmuiden.
Johann Reil hatte das Bedürfnis wieder mechanische Spiel- und Registertrakturen anzufertigen. Seine erste mechanische Orgel wurde im Jahre 1948 für die Reformierte Kirche in Arnemuiden fertiggestellt.
Sein plötzlicher Tod im Alter von 53 Jahren war ein harter Schlag für seine Frau und die beiden Söhne Albert und Han. Die Mutter fasste mit den noch beiden sehr jungen Söhnen (17 bzw. 20 Jahre alt) die Firma weiterzuführen. Albert, der jüngere der beiden Brüder, erlernte das Handwerk des Orgelbauers hauptsächlich in der eigenen Firma. Außerdem machte er einige Monate in der Firma Busch in Herten (wo ausschließlich Orgelpfeifen hergestellt wurden) ein Praktikum.
Han, der ältere der beiden Brüder, studierte zunächst an der Fachhochschule Zwolle Elektrotechnik. Die praktische Ausbildung zum Orgelbauer bekam er wie sein Bruder in der eigenen Firma. Die Kunst des Intonierens schaute er sich bei der Firma Kuhn in der Schweiz ab.
Er beschloss sich in den Niederlanden niederzulassen.
In der Periode 1929-1934 arbeitete er für mehrere niederländische Orgelbaufirmen: Valckx en Van Kouteren, Flentrop und De Koff. November 1934 gründete er in der Schoutenstrasse 129 in Rotterdam eine eigene Werkstatt mit dem Namen ‘Eerste Nederlandsche Orgelonderdeelen Fabriek’ (erste niederländische Orgelteile-Fabrik). Im Jahre 1937 zog er um nach Heerde.
Anfangs lieferte er Orgelteile an andere Orgelbaufirmen (er stellte u.a. Windladen, Holzpfeifen und Pedalharmo­nien her). Seinen ersten Auftrag erhielt er 1936: Umbau der Orgel der ‘Hervormde’ Kirche in Lichtenvoorde. 1938 wurde die erste neue Orgel gebaut (für die Reformierte Kirche in IJmuiden-Oost).
Johann Reil’s Anliegen war es, wieder mechanische Spiel- und Registertrakturen anzufertigen. Seine erste mechanische Orgel baute er 1948 für die Reformierte Kirche in Arnemuiden.
Unerwartet verschied er am 5. Mai 1960. Seine beiden Söhne Albert und Han (damals erst 17 und 20 Jahre alt) führten zusammen mit ihrer Mutter und den Mitarbeitern die Werkstatt weiter.
Albert Reil erhielt seine Lehre in der eigenen Werkstatt und danach arbeitete er einige Monate bei der Firma Busch in Herten, die ausschließlich Orgelpfeifen herstellte. Er arbeitete dort mit der Absicht, demnächst auch in der eigenen Werkstatt Orgelpfeifen herstellen zu können.
Han Reil studierte Elektrotechnik an der Fachhochschule und erhielt zudem auch eine Ausbildung in der eigenen Werkstatt. Danach arbeitete er einige Monate bei der Firma Kuhn (in der Schweiz) um seine Kenntnisse im Intonieren zu erweitern.

In den 60er Jahren gelangte die Orgelbauwerkstatt wieder zu Blüte. Vor allem im technischen Bereich wurden wesentliche Fortschritte gemacht. Aber eine Frage blieb stets offen: ‘Weshalb klingen die neuen Orgeln nie so gut wie die alten Instrumente aus dem 16., 17. oder 18. Jahrhundert?’
Man begnügte sich also nicht mit den klanglichen Resultaten.Intensive Kontakte mit dem Organisten und Orgelsachverständigen Klaas Bolt und die Erkenntnisse, die man während der Schnitger-Tagung 1969 in Groningen erworben hatte, führten dazu, dass die Reil-Brüder zu dem Entschluss kamen, Art und Weise, auf die man bis dahin Orgeln gebaut hatte, grundlegend zu verändern.
Die einzige Garantie, das von Ihnen gewünschte Resultat erzielen zu können, wurde eine ‘Lehre’ bei ‘den Alten’, den bedeutenden Orgelbaumeistern aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Davon waren sie fest überzeugt.
Diese Lehre konnte natürlich nur darin bestehen, dass man die Instrumente ‘der Alten’ bis ins kleinste Detail studieren musste.
Die erste Orgel, die nach den neuen Grundsätzen und unter der Beratung Klaas Bolts erbaut wurde, war die der Reformierten Kirche in Dieren (1970).
Dann kam die große Wende: der Beschluss, die Schnitger-Orgel von Uithuizen zu kopieren für die ‘Prinses Juliana’-Kirche in Scheveningen. Diese Orgel wurde 1973 eingeweiht.
Die Erkenntnisse, die der Bau dieser Orgel mit sich brachte, wurden zum Leitfaden für viele neue Instrumente, die daraufhin gebaut wurden. Eine dritte Kopie (der Stevens/Hinsz-Orgel in Tzum) wurde 1981 für die Reformierte ‘Immanuel’-Kirche in Ermelo gebaut. Bei dem Bau dieser beiden Kopien war Klaas Bolt der Sachverständige. Die Orgel in Ermelo kann heute noch als ein Markstein in der Geschichte des niederländi­schen Orgelbaus nach dem 2. Weltkrieg betrachtet werden.
Die Aufgabe, die die Orgelbauer Reil sich gestellt haben, ist Orgeln zu bauen mit deren Hilfe Organisten Ihre musikalischen Ideen und Auffassungen nicht nur im Literaturspiel, sondern auch in der Improvisation am besten verwirklichen können. Die erste und wichtigste Voraussetzung in diesem Zusammenhang ist, dass ein vollkommener und sensibeler Kontakt zwischen Spieler und Orgelpfeife hergestellt wird. Also eine Spieltraktur die zu musikalischen Möglichkeiten einlädt. Eine Orgel soll eine vollkommene Einheit bilden und als Ganzes (in allen auf einander bezogenen Teilen) gebaut werden. Folglich werden ausschließlich natürliche Materialien verwendet.
Mit einer konsequenten Planung will man einen in sich vollkommenen Zusammenhang zwischen allen Teilen der Orgel erzielen. Alle Teile der Orgel werden bis in das kleinste Detail in der eigenen Werkstatt, wo man mit 25 Leuten arbeitet, angefertigt. Der Planung und der Organisation der Werkstatt liegt bewusst ein einheitlicher Aufbau zugrunde, wobei alle Mitarbeiter Ihre eigene Verantwortlichkeit tragen.
Um gute Resultate erreichen zu können, hält man es für notwendig, immer wieder alte Orgeln zu untersuchen und Experimente durchzuführen, um somit die Resultate in ständiger Selbstkritik verbessern zu können.
In der Orgelbauwerkstatt Reil werden nicht nur neue Orgeln gebaut. In Zusammenarbeit mit der staatlichen Denkmalpflege und unter deren Verantwortung werden auch historische Orgeln restauriert. In Bezug auf neue Orgeln ergibt sich vor allem die Hausorgel nebst Portativen und Positiven ein bemerkenswertes und einmaliges Resultat. Viele Restaurationen sind erwähnenswert, wie z.B. Epe, Herv. Kerk; Zutphen, St. Walburgiskerk; Schlägl, Praemonstratenserstift (Österreich), Ansbach, St. Gumbertus (Deutschland) und die Orgel in der “Der Aa kerk” Groningen, gebaut von dem berühmten Arp Schnitger.

Seit 2001 (nach dem Verschieden von Albert Reil) leitet Hans Reil zusammen mit seinem Vater Han Reil die Firma, dabei den gleichen Ideen folgend um ein Ergebnis zu erzielen das Musiker anregt um Musik zu machen. Hans Reil erhielt seine Lehre bereits als junger Mann. Er hat sein Studium als Diplomingenieur vollendet an der Technische Universität Enschede im Jahre 1992. Bis 2001 hat er sich spezialisiert in der Intonation. Heutzutage sind seine Verantwortlichkeiten verteilt über alle verschiedenen Aufgaben des Orgelbaus.

Kontakt

Orgelmakerij Reil b.v.
Postweg 50 B
8181 VJ Heerde

Route berechnen

Telefon: +31-578-691676
Email: info@reil.nl

Folgen Sie uns auf Facebook

Wij laten onze orgels spreken…